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Ressourcenmodell

Das Ressourcenmodell ist ein neurobiologisch- und körperorientierter Ansatz der Traumatherapie. Er geht davon aus, dass sich traumatische Erfahrungen nicht nur im Denken, sondern vor allem im Nervensystem und im Körper festsetzen. Deshalb reicht es oft nicht aus, über belastende Erlebnisse nur zu sprechen.

Damit schwierige Erinnerungen zugänglich und sicher verarbeitet werden können, muss sich das Nervensystem zunächst sicher genug fühlen. Dabei helfen innere Ressourcen, die mithilfe gezielter Atemtechniken, Körperwahrnehmung, Erdungsübungen sowie positive Bindungs- und Beziehungserfahrungen aktiviert werden können. Erst wenn ein tragfähiger, vertrauensvoller Rahmen entstanden ist, können Betroffene das Erlebte dann in diesem geschützten Raum tief erinnern und integrieren – ohne davon überwältigt zu werden.

Wichtige Eigenschaften auf einen Blick

    • Als Comprehensive Resource Model® (CRM) entwickelt von der US-amerikanischen Psychologin Lisa Schwarz.
    • Besonderheit: Stabilisierung und Verarbeitung laufen – anders als in klassischen Phasenmodellen – oft parallel statt strikt nacheinander ab.
    • Dadurch lassen sich oft überraschend schnelle Ergebnisse erzielen.
    • Anwendungsgebiete:  komplexe PTBS, dissoziative Störungen, Bindungs- und Entwicklungstrauma sowie vorgeburtliche (pränatale)  und transgenerationale Traumata.
    • Klientinnen und Klienten erhalten Werkzeuge, die sie auch eigenständig im Alltag zur Selbstregulation nutzen können.

Ziele des Ressourcenmodells

    • Traumatische Erinnerungen verarbeiten, ohne von ihnen überwältigt zu werden.
    • Angst-, Stress- und Überlebensreaktionen des Nervensystems reduzieren.
    • Dissoziation – die Abspaltung von Gefühlen oder Erinnerungen – verringern.
    • Selbstregulation stärken.
    • Tiefere emotionale Integration sowie ein stärkeres Gefühl von Selbstwirksamkeit entwickeln.
    • Ein stabileres Gefühl von Verbundenheit mit sich selbst und anderen aufbauen.